Wirkstoffe

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Glycerin

Definition

Glycerin ist der Trivialname und die gebräuchliche Bezeichnung von Propan-1,2,3-triol. Glycerin ist ein Zuckeralkohol und der einfachste dreiwertige Alkohol.
Der synonyme Ausdruck Glycerol wurde eingeführt, da er die korrekte Endung „-ol“ für einen Alkohol besitzt.

Eigenschaften

  • Glycerin sorgt für Hydratation vor allen Dingen im Bereich des Stratum corneums.
  • Dies führt zur Verbesserung der epidermalen Barrierefunktion.
  • Glycerin-haltige Cremes können klinische Entzündungszeichen abmildern.

Diese Effekte sind besonders bei empfindlicher Haut wie bei Patienten mit Neurodermitis und bei Kindern von entscheidender Bedeutung, da hier kaum Alternativen zur Verfügung stehen, was die Befeuchtung der oberen
Hautschicht angeht.
Die sonst übliche Verwendung von Urea-haltigen Cremes kommen in sensiblen Bereich und Bereichen mit gestörter Barrierefunktion nur eingeschränkt in Betracht, da Urea-haltige Cremes selbst in 3%igen Darreichungsformen oft ein brennendes Gefühl verursachen und daher vor allem für Neurodermitiker im entzündlichen Stadium und für Kinder nur eingeschränkt verwendbar sind.
Von Glycerin-haltigen Cremes ist hingegen bekannt, dass der hydratisierende Effekt gleichzeitig mit einer Kühlung verbunden ist und an der Haut als ausgesprochen angenehm empfunden wird. Insofern sind diese Präparate vor allem für Kinder und Patienten mit Neurodermitis oder chronisch geschädigter Haut ideal in der Anwendung.

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Warum Glycerin die Haut nicht austrocknet?

Glycerin ist ein hygroskopischer Stoff, das heißt: es zieht Wasser an und kann es an sich binden. Diese Hygroskopie ist jedoch von der Einsatzkonzentration und der relativen Luftfeuchtigkeit abhängig.
Eine Konzentration von Glycerin bis zu 10% in Cremes oder Lotionen wird vor allem als feuchtigkeitsspendend und somit als unproblematisch angesehen. Hier wird Wasser durch das Glycerin ins Stratum corneum angezogen und „gehalten“.

Bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit verdunstet das hauteigene Wasser schneller. Herrscht gleichzeitig noch eine kalte Witterung, führt die Kälte zusätzlich zu einer schlechteren Spreitung des Sebums, und es entstehen Lücken im schützenden Film auf der Hautoberfläche. In dieser Situation sind reine Feuchtigkeitsemulsionen grundsätzlich überfordert. Eine fettreichere, einhüllende W/O-Emulsion kann hier hauteigene Defizite ausgleichen.
Das Problem ist demnach nicht das Glycerin als isolierte Substanz, sondern das gesamte Emulsionskonzept, das nicht zu den klimatischen Bedingungen passt.

Literatur

  • Ring J, Darsow U: Atopie und atopisches Ekzem; in Braun-Falco O, Plewig G, Wolff H, et al (eds): Dermatologie und Venerologie, ed 5. Heidelberg, Springer, 2005, pp 377–395.
  • Fluhr JW, Gloor M, Lehmann L, et al: Glycerol accelerates recovery of barrier function in vivo. Acta Derm Venereol 1999;79:418–421.
  • Rawlings A, Harding C, Watkinson A, et al: The effect of glycerol and humidity on desmosome degradation in stratum corneum. Arch Dermatol Res 1995;287:457–464.
  • Fluhr JW, Bornkessel A, Berardesca E: Glycerol – just a moisturizer? Biological and biophysical effects; in Loden M, Maibach HI (eds): Dry Skin and Moisturizer. London, CRC Taylor & Francis, 2005, pp 227–244.

Urea

Definition

Harnstoff (lateinisch und englisch urea, chemisch Kohlensäurediamid) ist eine organische Verbindung, die von vielen Lebewesen als ein Endprodukt des Stoffwechsels von Stickstoffverbindungen (z. B. Aminosäuren) im sogenannten Harnstoffzyklus produziert und im Urin ausgeschieden wird. Der in den ALLERGIKA Produkten verwendetet Harnstoff wird allerdings rein synthetisch hergestellt.

Harnstoff ist eine in der externen Therapie seit langem bekannte Substanz, deren Anwendung in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat und von Dermatologen gerne empfohlen wird. Ursächlich hierfür sind die verbesserten Kenntnisse über den Wirkmechanismus des Harnstoffs und damit die Möglichkeit einzelne Harnstoffeigenschaften gezielt therapeutisch zu nutzen.

Eigenschaften

Folgende Harnstoffeigenschaften sind dabei als Hauptwirkungen bei externer Anwendung bekannt:

  • Anstieg der Wasserbindungskapazität und Hydratisierung des Stratum corneum
  • Keratoplastische Eigenschaften
  • Beschleunigung der Penetration einiger Arzneistoffe
  • Fehlende allergisierender Eigenschaften
  • Hemmung der epidermalen Proliferation
  • Antipruriginöser Effekt (Anti-Juckreiz)
  • Antibakterielle Wirksamkeit
  • Proteo- und mukolytische Aktivität
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Verwendung

Harnstoff wird vor allem zur Erhöhung der Wasserbindungskapazität der Haut, vornehmlich der Hornschicht eingesetzt. Weiterhin werden seine keratoplastischen Eigenschaften und sein antipruriginöser Effekt, sowie seine proliferations-dämpfende Wirkung genutzt.
Darüber hinaus gewinnt der penetrationsfördernde Effekt von Harnstoff für verschiedene Arzneimittel zunehmend an Bedeutung. Prinzipiell lassen sich zwei einzelne Anwendungen differenzieren:

  • Harnstoff-Monotherapie in Basisdermatika (Hautpräparate)
  • Harnstoff in Kombination mit anderen Arzneistoffen

Harnstoffpenetration in die Haut:

Die Penetrationsgalenik von Harnstoff zeigt in der Vehikelabhängigkeit für W/O- und O/W-Emulsionen grundsätzliche Unterschiede, aus denen sich auch unterschiedliche therapeutische Wirksamkeiten ergeben.
Aus O/W-Emulsionen dringt Harnstoff wesentlich schneller und in höheren Konzentrationen in die oberflächlichen Hornlagen menschlicher Haut ein, als dies nach Applikation einer W/O—Emulsion messbar ist. Ein starkes Konzentrationsgefälle von Harnstoff in der Haut bleibt bei Verwendung von O/W-Emulsionen auch nach längeren Einwirkungszeiten im Wesentlichen erhalten.
Davon abweichend ist die Harnstoffpenetration für die W/O-Emulsionen nach kurzen Einwirkungszeiten deutlich geringer. Das Konzentrationsgefälle innerhalb der Hornschicht wird allerdings mit zunehmender Einwirkzeit immer geringer, so dass nach 24 h im gesamten Stratum corneum annähernd gleiche Harnstoffkonzentrationen gemessen werden können. Daraus resultieren auch unterschiedliche Harnstoffkonzentrationen in der Epidermis und Dermis, die bei der Verwendung von W/O-Emulsionen bedeutend höher ausfallen. Diese Unterschiede im Penetrationsablauf und damit im Konzentrationszeitprofil des Harnstoffs in den einzelnen Hautschichten sind die Grundlage für unterschiedliche Wirksamkeit je nach Emulsionstyp.
Insgesamt gesehen, kann man für die Hydratisation der Hornschicht im Sinne einer Sofortwirkung harnstoffhaltige O/W-Emulsionen vorziehen. Soll dagegen die Harnstoffwirksamkeit zur Stabilisierung oder der Restaurierung der Funktionsstruktur einer pathologisch gestörten Hornschicht oder zur Penetrationspromotion anderer Arzneimittel genutzt werden, sind W/O-Emulsionen als Vehikel besser geeignet.

Ähnliches gilt für die Wasserbindungskapazität von Harnstoff. Verlust der Feuchtigkeit der Hornschicht führt zur Verminderung der Hautelastizität, Flexibilität und Weichheit, sie wird rau und rissig. Mit diesem Symptom der trockenen Haut ist eine große Anzahl von Hauterkrankungen verbunden. Verantwortlich ist für eine ausreichende Hydratation der Hornschicht neben verschiedenen körpereigenen und Umweltbedingungen vor allen Dingen deren Fähigkeit Wasser zu binden. Diese Wasserbindungskapazität der Hornschicht wird maßgeblich gesteuert durch ihren Gehalt an verschiedenen wasserbindenden Substanzen, unter denen Harnstoff am häufigsten verwendet wird. Von besonderer Bedeutung für den Mechanismus dieser Harnstoffwirksamkeit ist dabei die Erkenntnis, dass in Folge von Harnstoffeinwirkung vor allem der Anteil des intrazellulären Wassers durch Bindung des Harnstoffs an Proteine gesteigert wird. Da das gebundene Wasser im Stratum corneum ohnehin mit 20-30% vom Gesamtwassergehalt den geringeren Anteil ausmacht, ist die Möglichkeit der Steigerung bzw. die Regulierung dieser Funktionsstruktur von besonderer Bedeutung.

Entsprechend den beschriebenen Unterschieden in der Harnstoffpenetration in Abhängigkeit vom verwendeten Vehikel und der eingesetzten Harnstoffkonzentration ist durch verschiedene harnstoffhaltige Basisdermatika auch eine unterschiedliche Effektivität in der Steigerung der Wasserbindungskapazität des Stratum corneum durch Harnstoff festzustellen. Bei der Verwendung harnstoffenthaltender O/W-Emulsionen werden anfänglich und schnell hohe Wassermengen eingelagert, die allerdings relativ schnell und deutlich wieder abnehmen. Dahingehend lassen W/O-Emulsionen als Vehikel eine intensivere und länger dauernde Steigerung der Wasserbindungskapazität erkennen. Die Ursache dafür ist vor allem in der hohen Penetrationsrate von Harnstoff aus W/O-Emulsionen zu suchen, andererseits spielt dabei die Okklusionswirkung der lipidreichen Emulsionsgrundlagen eine wesentliche Rolle. Dies wird umso deutlicher, da bekanntlich die Verteilung des Wassers innerhalb der Hornschicht, auch nach Steigerung des Wassergehalts durch externe Anwendung von Moisturizern, nicht gleichmäßig erfolgt, sondern vorwiegend auf die oberen Hornlagen begrenzt ist.

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Literatur

  • Ernst, T.M.: Dithranol-Harnstofftherapie bei Psoriasis vulgaris. Z. Hautkr. 56(1981) 1197-1206.
  • Gloor M.: Wassergehalt des Stratum corneum: Bedeutung, Abhängigkeit, Meßmethoden, therapeutische Beeinflußbarkeit. Zbl. Hautkr. 147(1982)103-107.
  • Gloor, M.: Pharmakologie dermatologischer Externa, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1982.
  • Horsch, W. und Wolf, B.: Harnstoff. Eine Übersicht unter besonderer Berücksichtigung seiner pharmazeutischen Verwendung und Analytik. Pharmazie 40(1985)665-676.
  • Müller, K.H., und Pflugshaupt, Ch.: Harnstoff in der Dermatologie. I. Review. Zbl. Hautkr. 142(1979)157-168
  • Müller, K.H. und Pflugshaupt, Ch.: Harnstoff in der Dermatologie II. Review. Hautarzt 40, Suppl. IX(1989)13-19.

Nachtkerzensamenöl

Definition

Das Nachtkerzensamenöl wird aus den Samen der Nachtkerze gewonnen. Die Nachtkerze (Oenothera biennis) wächst bis zu einem Meter in die Höhe und treibt einen kantigen Stängel aus. Die leuchtend gelben Blüten bilden einen traubenförmigen Blütenstand. Die Nachtkerze gehört zu den Nachtkerzengewächsen (Onagraceae). Sie blüht von Juni bis Oktober. Das Gewächs hat sich von Nordamerika aus in Europa verbreitet. Es wird vor allem wegen seines hohen Anteils an Linol- und Gammalinolinsäure zur Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt.

Eigenschaften

Das Nachtkerzenöl enthält über 80% mehrfach ungesättigte Fettsäuren, hiervon sind ca. 65-80% Linolsäure und etwa 8-15% γ-Linolensäure. Die γ-Linolensäure gehören zu den essentiellen Fett-säuren, die neben anderen Funktionen auch die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut regulieren und fördern. γ-Linolensäure wirkt sich außerdem positiv auf den Hormonhaushalt des Gewebes und die Wundheilung aus. Ferner werden ihr positive Effekte auf das Immunsystem zugeschrieben. Die essentiellen Fettsäuren verhindern außerdem die Anfälligkeit für Arteriosklerosen und Thrombosen.
Die Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte essentielle Fettsäure und gehört zur Gruppe der Omega6-Fettsäuren. Die Linolsäure ist Hauptbestandteil der meisten natürlichen Fette und Öle. Als essentieller Nährstoff ist sie wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Ebenso kommt die Linolsäure in unserer Epidermis vor und hilft dort als Bestandteil von Ceramiden, den Wasserhaushalt zu regulieren. Als Inhaltsstoff von Kosmetika hilft sie durch ihre entzündungshemmende Wirkung Hautreizungen und Ekzeme zu bekämpfen.

Gerade bei Neurodermitis hat sich Nachtkerzenöl als Therapie gut bewährt, da diese Hautkrankheit durch Ekzeme, quälenden Juckreiz und Dermatitis gekennzeichnet ist. Der antientzündliche Effekt von Nachtkerzenöl scheint hier eine beruhigende Funktion zu haben. Aber auch in der Körperpflege wird das duftneutrale und reichhaltige Nachtkerzenöl gern verwendet. Neben den feuchtigkeitsspendenden und -erhaltenden Eigenschaften verhält sich Nachtkerzenöl bei rauen und rissigen Stellen zum Beispiel bei der Altershaut oder auch der Haut von kleinen Kindern als hautpflegend.

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Literatur

  • A meta-analysis of randomized, placebo-controlled clinical trials of Efamol evening primrose oil in atopic eczema. Where do we go from here in light of more recent discoveries? Morse NL, Clough PM. Curr Pharm Biotechnol. 2006 Dec;7(6):503-24. Review.
  • Evening primrose oil and atopic eczema. Berth-Jones J, Thompson J, Graham-Brown RA. Lancet. 1995 Feb 25;345(8948):520. No abstract available
  • Evening primrose oil and atopic eczema. Horrobin DF, Morse PF. Lancet. 1995 Jan 28;345(8944):260-1. No abstract available
  • Treatment of atopic eczema with evening primrose oil: rationale and clinical results. Kerscher MJ, Korting HC. Clin Investig. 1992 Feb;70(2):167-71. Review.
  • The effects of evening primrose oil, safflower oil and paraffin on plasma fatty acid levels in humans: choice of an appropriate placebo for clinical studies on primrose oil. Horrobin DF, Ells KM, Morse-Fisher N, Manku MS. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids. 1991 Apr;42(4):245-9
  • Evening primrose oil and atopic eczema. Horrobin DF, Stewart C. Lancet. 1990 Jul 7;336(8706):50. No abstract available.

Bisabolol

Definition

α-Bisabolol ist der Hauptwirkstoff der Kamille, in deren ätherischem Öl Bisabolol bis zu 45% enthalten ist.
α-Bisabolol ist ein fettlöslicher Alkohol, der entzündungshemmend wirkt und traditionell zur Wundheilung und Hautregeneration eingesetzt wird. Anders als Produkte, die Pflanzenteile der Kamille enthalten oder daraus gewonnen werden (Extrakte, Tees, Tinkturen), weist synthetisch hergestelltes α-Bisabolol kein allergenes Potential auf.

Eigenschaften

Bisabolol wirkt entzündungshemmend, gegen Reizungen und Rötungen, es hemmt das Wachstum von Bakterien und wirkt so auf natürlichem Weg bakteriostatisch.
Außerdem kann es den Zellstoffwechsel durch spezielle pflanzliche Enzyme beeinflussen, sodass eine Zellneubildung von Hautzellen angeregt, Alterungserscheinungen der Haut vermindert und eine schnellere Abheilung von Hautirritationen gefördert werden kann. Auch fördert Bisabolol das Penetrationsvermögen anderer Wirkstoffe in die Haut. Im Gegensatz zu dem ätherischen Öl Azulen, zeigt Bisabolol praktisch keine allergischen Reaktionen. Bisabolol wird medizinisch auch gegen Verbrennungen eingesetzt.

Verwendung

Bisabolol wird als Hautpflegemittel in Kosmetika und auch bei der Unterstützung der medizinischen Therapie der Akne verwendet. Auch beim Augenlidekzem kann es eingesetzt werden, da es sich bei sichtbaren Veränderungen im Augenlidbereich oft um entzündliche Prozesse handelt, die gleichzeitig in dieser sensiblen Region nur eingeschränkt mit Corticosteroiden und Calcineurininhibitoren behandelt werden dürfen. Hier stellen natürlich vorkommende antientzündliche Substanzen eine ideale Ergänzung des therapeutischen Arsenals dar.
Die antientzündliche und damit abschwellende und Spannungsgefühlen entgegenwirkende Wirkung haben auf die entzündlichen Veränderungen im Gesichtsbereich einen positiven Effekt ohne entsprechende Nebenwirkungen.
Darüber hinaus wurde dem Bisabolol in einer Probandenstudie auch eine Wirkung gegen Pigmentflecken nachgewiesen (J. Lee et al., International Journal of Cosmetic Science, 32, S. 299–303 (2010)). Vermutlich ist dies eine Folge der antientzündlichen Wirkung des Bisabolols, da Entzündungsreaktionen der Haut eine Ursache für Hyperpigemtierungen sind.

Allantoin

Definition

Allantoin ist ein Racemat und gehört zur Gruppe der Imidazolidine. Es kommt in pflanzlichen und tierischen Organismen als Endprodukt des Purinstoffwechsels vor und wird aus Harnsäure gebildet.
Als natürlichen Wirkstoff findet man Allantoin in pflanzlichen Organismen, wie z.B. in Beinwell, Schwarzwurzeln, Ahorn oder Weizenkeimen. Es kann allerdings auch aus Harnstoff (Urea) und Glyoxylsäure synthetisiert werden.

Eigenschaften

Es bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellbildung und der Zellregeneration und beruhigt die Haut. Auch die Heilung schwer heilender Wunden wird unterstützt, jedoch besitzt Allantoin keine antiseptischen Eigenschaften. Allantoin fördert die Zellproliferation, die Epithelbildung und entfernt nekrotisches Gewebe. Allantoin ist sehr gut fettlöslich und temperaturbeständig.

Verwendung

Allantoin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Dermatika und Keratolytika. Allantoin wird äußerlich zur Haut- und Narbenpflege, zur Wundbehandlung, gegen Hauterkrankungen und als Kosmetikum eingesetzt. In Arzneimitteln ist es häufig enthalten, um die Penetration von Wirkstoffen durch die Haut zu fördern. In der Naturheilkunde fand bislang vor allem die sogenannte Beinwellsalbe, die als hervorragende Wundheilsalbe galt, Verwendung.
Vor allem für die Augenpartie ist von großer Bedeutung, dass es sich hier um ein sogenanntes naturheilkundliches Wirkprinzip handelt. Aufgrund der bekannten anti-irritativen und regenerativen Effekte des Allantoins darf hier ein guter Effekt auf die Verbesserung der geschädigten Haut bei Augenlidekzemen vermutet werden.

Literatur

  • Araújo L.U., Grabe-Guimarães A., Mosqueira V.C., Carneiro C.M., Silva-Barcellos N.M. Profile of wound healing process induced by allantoin. Acta Cir Bras, 2010, 25(5),
  • Campanati A., Savelli A., Sandroni L., Marconi B., Giuliano A., Giuliodori K., Ganzetti G., Offidani
  • A. Effect of Allium Cepa-Allantoin-Pentaglycan Gel on Skin Hypertrophic Scars: Clinical and Video-Capillaroscopic Results of an Open-Label, Controlled, Nonrandomized Clinical Trial. Dermatol Surg, 2010
  • Shestopalov A.V., Shkurat T.P., Mikashinovich Z.I., Kryzhanovskaia I.O., Bogacheva M.A., Lomteva S.V., Prokof’ev V.P., Gus’kov E.P. Biological functions of allantoin. Izv Akad Nauk Ser Biol, 2006,

Vitamin E

Definition

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für fettlösliche Substanzen mit antioxidativen und nicht-antioxidativen Wirkungen. Die am häufigsten vorkommenden Vitamin-E-Formen werden Tocopherole und Tocotrienole genannt. Der Name Tocopherol leitet sich von den griechischen Begriffen tokos (Geburt) und phero (hervorbringen) ab. Vitamin E wurde 1922 von Evans und Bishop entdeckt, die feststellten, dass bei der Vermehrung von Ratten eine Rolle spielt.

Vorkommen

Vitamin E kommt vor allem in pflanzlichen Ölen wie zum Beispiel im Weizenkeimöl, Olivenöl und Sonnenblumenöl und in Getreidekeimen, Nüssen und Blattgemüse vor.

Eigenschaften

Neben Vitamin A gilt Vitamin E als potenter Radikalfänger und Induktor von enzymatischen Systemen in der Haut, die für regenerative Prozesse im Sinne einer Bindegewebsstraffung von Bedeutung sind.
Eine seiner wichtigsten Funktionen ist die eines lipidlöslichen Antioxidans, das in der Lage ist, mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranlipiden, Lipoproteinen und Depotfett vor einer Zerstörung durch Oxidation (Lipidperoxidation) zu schützen. Freie Radikale würden die Doppelbindungen der Fettsäuren der Zell- und Organellmembranen angreifen. Tocopherol wirkt als Radikalfänger, indem es selbst zu einem reaktionsträgen, da mesomeriestabilisierten Radikal wird. Das Tocopherol-Radikal wird dann unter Bildung eines Ascorbatradikals reduziert.

Verwendung

Verwendung in ALLERGIKA® -Augenlidcreme: Auch beim Vitamin E gilt, dass es als naturheilkundliches Verfahren beworben werden darf und daher im sensiblen Augenlidbereich eine gute Vermarktungschance bietet. Der zusätzliche Anti-Aging-Effekt kann ebenfalls werbewirksam genutzt werden.

Literatur

  • Engin K.N. Alpha-tocopherol: looking beyond an antioxidant. Mol Vis, 2009
  • Manela-Azulay M., Bagatin E. Cosmeceuticals vitamins. Clin Dermatol, 2009
  • Miyazawa T. et al. Antiangiogenic and anticancer potential of unsaturated vitamin E (tocotrienol). J Nutr Biochem, 2009
  • Violi F., Micheletta F., Iuliano L. Vitamin E, atherosclerosis and thrombosis. Thromb Haemost, 2001
  • Wada S. Chemoprevention of tocotrienols: the mechanism of antiproliferative effects. Forum Nutr, 2009

Polidocanol

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Definition

Polidocanol (Handelsname Thesit®) ist eine grenzflächenaktive Substanz mit einer oberflächenbetäubenden Wirkung. Die Substanz ist letztendlich eine Mischung homologer Macrogollaurylaether von flüssiger bis fester Beschaffenheit.

Eigenschaften

Polidocanol hat juckreizlindernde, schmerzstillende, lokalanästhetische und venenverödende Eigenschaften. Arzneilich ist Polidocanol äußerlich wirksam bei Juckreiz oder leichten Schmerzen, ferner wird es angewendet zur Verödung von Krampfadern (Varizen), Besenreisern und Hämorrhoidalleiden, wozu es in das entsprechende Gewebe injiziert wird. Der Wirkstoff verringert die Empfindlichkeit der sensiblen Hautnerven, so dass Schmerzen oder Juckreiz, wie sie zum Beispiel bei atopischer Dermatitis auftreten, abgeschwächt werden. Die antipruriginöse Wirkung hält etwa 4 h vor.

Verwendung

Polidocanol wird als Arzneistoff, als pharmazeutischer Hilfsstoff und als kosmetischer Inhaltsstoff verwendet Polidocanol ist in verschiedenen äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln im Handel, z.B. in Hautpflegemitteln, Cremen, Lotionen Gelen und Sprays. Parenteral wird es auch zur lokalen Verödung von Venen eingesetzt, siehe unter Polidocanol zur Venenverödung.
Polidocanol wird üblicherweise in 3-5%iger Konzentration in Hautsalben oder Cremes zur Schmerz- oder Juckreizlinderung auch in Kombination mit anderen Arzneistoffen verwendet.

Zahlreiche Fertigpräparate enthalten Polidocanol zur Feuchtigkeitsregulierung der Hornschichtbildung und zur Juckreizstillung als unterstützende Behandlung bei Hauterkrankungen. Die Kombination aus feuchtigkeitsbindenden und juckreizstillenden Effekten wird ausgesprochen geschätzt. Da Polidocanol als tensidfrei- kombinierte Substanz hydrophile Creme durch Mischmizellbildung unvorhergesehen verflüssigen oder lipophile Cremes bei zu hohem Wassergehalt destabilisieren kann, ist auf die Zusammensetzung der Grundlage zu achten. Üblicherweise wird hier eine O/W-Emulsion für einen maximalen juckreizlindernden Effekt bevorzugt.

Literatur

  • Leopold CS, Maibach HI. Effect of cutaneously applied nonionic sur-factants and local anesthetic bases on thermal sensations. Pharmazie 2004 Jan;59(1):50-4.
  • Freitag G, Höppner T. Results of a postmarketing drug monitoring sur-vey with a polidocanol-urea preparation for dry, itching skin. Curr Med Res Opin. 1997;13(9):529-37.
  • Weisshaar E, Heyer G, Forster C, Hornstein OP, HandwerkerHO. Antirpruritic effect of antihistaminic and local anesthetic topical agents after iontophoretic histamine stimulation. Hautarzt 1996 May;47(5):355-60. German.